WASSERSTADT STRALAU
Das Juwel im Partykiez

Halbinsel – Wasserstadt – Rückzugsort

Unser heutiges Ziel befindet sich nur wenige Minuten von den stadtbekannten Partymeilen entfernt und trotzdem ist dort von Tanz und Trubel nichts zu sehen. In der Wasserstadt Stralau legt man keinen Wert auf Bars, Restaurants, geschweige denn Supermärkte. Für den typischen Berlin-Besucher gibt es hier nichts, was ihn interessieren könnte – keine Attraktion, kein Anziehungspunkt. Für uns heißt das vor allem eins: Ruhe! Ehrlich gesagt ist es in Stralau schon fast unheimlich ruhig!

Doch warum empfehlen wir euch überhaupt diesen unscheinbaren Ort, an dem angeblich nichts passiert?

Das vor langer Zeit noch eigenständige Dörfchen Stralow ragt aus der Luft betrachtet wie ein Pfeil in die Spree und galt bereits im 13. Jahrhundert als eine der wichtigsten Fischersiedlungen des heutigen Berlins. Noch heute zeichnet ein silberner Fisch mit goldenen Flossen das Wappen von Stralau. Wie schön es hier damals gewesen sein muss, können wir nur vermuten. Bewiesen ist, dass sich selbst der wohlhabende Ritteradel einst auf der Halbinsel angesiedelt hat, das zeigten Funde einer frühmittelalterlichen Burganlage.

Nach dem Verbot der Fischerei wurden die Uferstellen vor allem von Wassersportlern genutzt. Stralau und die gegenüberliegende Rummelsburger Bucht, gelten sogar als Geburtsstätte für den deutschen Segelsport. Später siedelten die Vereine in den Berliner Westen – Wannsee und Co. –, wo sie deutlich mehr Platz hatten. Noch heute lassen sich dort die größten Segelclubanlagen Berlins und Brandenburgs bestaunen.

Ab der Jahrhundertwende entwickelte sich Stralau zum beliebten Wohngebiet für gut betuchte, was ihr den Spitznamen „Professoren-Insel“ bescherte. Drei-Zimmer-Wohnungen für mehrere Millionen Euro sind hier keine Seltenheit. Das Bestaunen schöner Wohnhäuser samt Concierge, Wellnessbereich und hauseigener Tiefgarage ist daher Teil eines Ausflugs. Doch neben all dem Glanz und Chic ist es vor allem die einmalige Lage, die so sehr fasziniert.

Ein 3 km langer Uferweg führt um die Insel herum und erinnert an Urlaube in kleinen Küstenstädten. Die Parkbänke am kleinen Yachthafen sind der ideale Rückzugsort für ungestörte Stunden. Reiher und Möwen kreisen lauthals über die Spree, unter ihnen sorgen die großen Passagierschiffe für ein starkes Klatschen des Wassers an den Uferkanten. Neben allerlei schönen Wasserrosen und üppigem Schilfrohr trifft man vor allem auf seltene Tierarten, wie dem Biber und der Mandarinente. Ihre Rückzugsorte sind die Inseln Kratzbruch und Liebesinsel, die knapp 200 Meter vom Festland entfernt sind. Die grünen Inseln stehen unter Naturschutz und dürfen nicht betreten werden.

Ein unverzichtbarer Besuch und zudem ein krönender Abschluss ist der Gang zur Stralauer Dorfkirche. Sie befindet sich auf dem Friedhof Alt-Stralau – einem der idyllischsten Friedhöfe Berlins, mit Blick auf die Spree – und wurde bereits im Mittelalter errichtet.

Wie komme ich zur Wasserstadt Stralau?

FAKTEN

Berlin – Friedrichshain
Größe: 45 Hektar
Fauna: Möwen, Biber, Fischreiher, Silberkarpfen
Parkplatz: Tunnelstraße – 52.491955, 13.478676

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