Mit der Fähre nach Kladow
Start: Ronnebypromenade – Großer Wannsee
Ziel: Kladower Hafen – Kladow
Gewässer: Havel
Fahrzeit: 20 Minuten
Fahrstrecke: 4,4 km

Redet man vom idyllischen Berliner Westen, ist meist vom Wannsee und dem Grunewald die Rede: Ein tiefgrüner Forst und seine wilden Seen, der mit einer enormen Größe zu stundenlangen Wanderungen einlädt – herrlich! Dabei ist den wenigsten bewusst, dass Berlin hinter dem Grunewald noch weitergeht, und zwar mindestens genauso schön. Willkommen in Spandau! Der Bezirk Spandau ist selbst für viele Ur-Berliner ein unerforschtes Terrain und völlig unterschätzt. Noch immer herrscht bei dem ein oder anderen sogar eine seltsame Ablehnung gegen den Bezirk, der irgendwie so gar nicht typisch Berlin sei. Kleinstädtisch, ereignislos und verschlafen – kritische Stimmen, die wir nicht nachvollziehen können (und ehrlich gesagt ziemlich großer Quatsch sind). In dem 4. größten Bezirk findet man alles: Von der Hochhaussiedlung mit negativem Image in Staaken, noblen Golfclubs in Kladow und dem Spandauer Forst im Norden, in dessen Tiefen man sich so weit weg von der Großstadt fühlt, dass es schon unheimlich ist.

Das Zentrum bildet das historische Kolkviertel, das älteste Siedlungsgebiet in der Spandauer Altstadt. Hier laufen wir durch verwinkelte Gassen, stärken uns nicht am Imbiss, sondern in rustikalen Stuben mit ostpreußischer Küche und genießen den entschleunigenden Anblick schöner Fachwerkhäuser.

Fachwerkhausliebe

Für unsere heutige Erkundungstour haben wir uns den Spandauer Süden vorgenommen. Hier, wo Berlin auf Potsdam trifft und von all der Hysterie der turbulenten Großstadt nichts mehr zu spüren ist. Das Navi verspricht uns 60 Minuten Fahrzeit aus der Innenstadt. Berufsverkehr. Stau. Langeweile. Da Spandau nur mit 4 Brücken vom restlichen Berlin verbunden ist, bleibt uns wohl nicht viel übrig, als die einstündige Autofahrt bei 32 Grad im Schatten – oder? Nicht ganz. Wir entdecken die Anlegestelle Ronnebypromenade, direkt am Wannsee.

Die Ronnebypromenade am Wannsee – Hier beginnt die Tour

Mit der Fähre durch Berlin – das bringt uns wahrscheinlich nicht schneller ans Ziel, aber es klingt nach einer tollen Erfahrung. Wir starten an der Ronnebypromenade und steigen auf die BVG-Fähre F10. Ziel: Alt-Kladow. Leinen los, Fährmann! Für ein paar Euro tuckern wir mit der MS-Wannsee im gemütlichen Tempo über die Havel. Vorbei an jeder Menge Segelbooten und dem verträumten Waldgebiet Düppeler Forst, kommen wir knapp 20 Minuten später am Kladower Promenadenhafen an und fühlen uns so, als wären wir durch eine Zeitenschleuse gefahren. Irgendwie scheint hier alles etwas gemächlicher und bei weitem nicht so hektisch abzulaufen. Das Klischee „Spandau ist nicht Berlin“, mit dem sich viele Spandauer noch heute brüsten, macht nun sogar etwas Sinn.

Angekommen: Der Kladower Promenadenhafen

Um den abgelegenen Zipfel Berlins zu erkunden, empfehlen wir euch dringend das Fahrrad – die Mitnahme auf der Fähre ist kein Problem! Das weitläufige Gebiet ist geprägt von langen Feldstraßen und jeder Menge großflächigen Landschaften. Zwischen all der herrlichen Natur erwarten euch viele sehenswerte Schmuckgärten, Museen und Restaurants mit Blick aufs Wasser.


Wir zeigen euch unsere Top 4, der sehenswertesten Orte im Spandauer Süden!

Der Gutspark Neukladow befindet sich auf einem Plateau oberhalb der Havel und bietet eine der schönsten Aussichten auf die Havel bis zum Wannsee. In einem ehemaligen Gutshaus kann sich mit Kaffee und Kuchen gestärkt und später die malerische Landschaft des Parks genossen werden.


Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr auf dem Flugplatz Gatow ist das weltweit größte Museum für Militärluftfahrt. Es beherbergt unter anderem eine bedeutende Sammlung aus der Geschichte der Luftkriegsführung bis hin zur aktuellen Technologie.


Im Essbaren Garten führt eine Gesundheitsexpertin durch einen zauberhaften Kräutergarten und teilt ihr umfangreiches Wissen über heilende und schmackhafte Blumen, gibt Kochkurse und veranstaltet interessante Pflanzenworkshops.


Der Landhausgarten Dr. Max Fraenkel ist ein Gartenjuwel, das einst von Erwin Barth, dem „Lenné des 20. Jahrhunderts“, geschaffen wurde. Nach vielen Jahren der Verwilderung erlebt das hügelige Schmuckstück an der Havel nun seinen zweiten Frühling und hat seine Tore für Jedermann geöffnet.

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