AUSFLÜGE – BERLINER NATUR – BERGE

Die höchsten
Berge in Berlin

– Teil 2 –
Im ersten Teil unserer Reihe “Die höchsten Berge in Berlin” habt ihr bereits einiges gesehen: Wasserfälle, noble Villenviertel und Winnetous Wüstenlandschaft. Jetzt kommen wir zu den großen Jungs!
Wir hatten sehr viel Spaß bei dem Erklimmen der 30 höchsten Erhebungen und können euch diese Erfahrung nur empfehlen! Doch welcher ist wohl der höchste Berg in Berlin?

Platz 15: Humboldthöhe Wedding
84,5 Meter
Ganz schön viel passiert, auf dem Rücken der Weddinger Humboldthöhe. Im Zweiten Weltkrieg errichtete man zwei Flaktürme, einen als Kommandozentrale und der andere sollte die feindlichen Flieger mit Flakgeschossen abwehren. In den Folgejahren des Kriegsendes nutzte man die Anlagen noch als Lager- und Nutzflächen. Im Dezember 1947 sprengte man einen Turm, der größere blieb stehen. Seine Sprengung hätte die angrenzenden Bahngleise beschädigen können. Heute kann man diesen Flakturm kostenlos und jederzeit besuchen. Die Aussichtsplattform dort oben zählt zu einer der schönsten Berlins und ist ein spannendes Ausflugsziel.

Platz 14: Lübarser Höhe
85,3 Meter
Auf dem Gipfel der Lübarser Höhe befindet sich der höchste Punkt im Bezirk Reinickendorf. Bei Nordberlinern ist die Erhebung im Freizeitpark Lübars besser bekannt unter dem simplen Namen “Müllberg”. Hier rodelt man im Winter auf der größten Bahn Berlins, die sogar über eine echte Flutlichtanlage verfügt, oder trifft sich bei einem Lagerfeuer in der Alten Fasanerie. Bei gutem Wetter schaut man hier über die Lübarser Getreidefelder bis zu den Plattenbauten im Märkischen Viertel und darüber hinaus nach Brandenburg. Dort oben wird einem deutlich, wie nah sich abgeschiedene Natur und lebhafte Wohnviertel in Berlin oft sind.

Platz 13: Dörferblick Neukölln
85,6 Meter
Die einstige Müllhalde entwickelte sich nach erfolgreicher Bepflanzung in den 70er Jahren zu einem echten Erholungsgebiet und das ist sie auch heute noch. Ziemlich unbekannt und selten voll, streift der Rudower Dörferblick ganz knapp an Brandenburg. Das baumfreie Plateau ist problemlos zu erreichen und der ideale Ort um Sonne zu tanken. Seinen Namen verdankt die Erhebung dem Blick auf Schönefeld, Waßmannsdorf und Großziethen, 3 Gemeinden in Brandenburg. Eine 180 Grad Drehung gewährt freie Sicht auf die Plattenbausiedlung in der Neuköllner Gropiusstadt, die durch “Wir Kinder vom Bahnhof Zoo” eine deutschlandweite Bekanntheit erlangte.

Platz 12: Hahneberg
87,6 Meter
Ein Besuch auf dem Hahneberg ist eine Reise in die bewegte Geschichte Deutschlands. Der Berg im Spandauer Ortsteil Staaken wurde zum Ende des 19. Jahrhunderts zu einer Festungsanlage ausgebaut: Das Fort Hahneberg. Die Anlage wurde in einen 66 Meter hohen Teil des Hahnebergs versenkt und ist von außen kaum sichtbar. Das Gelände ist aus Sicherheitsgründen nur im Rahmen einer Führung zugänglich. Neben stundenlangen Spaziergängen über hügelige Wiesen auf den Wildblumen um die Wette wachsen, ist der Berg regelmäßig Veranstaltungsort für Crossgolf-Partien.

Platz 11: Kleiner Müggelberg
88,3 Meter
Schwer zu glauben, aber wer einen überragenden Ausblick auf Berlin bekommen möchte, besucht besser den Kleinen und nicht den Großen Müggelberg. Woran das liegt? Auf dem Kleinen befindet sich der Müggelturm. Der Aussichtsturm (Stand 2021: 4€ pro Person) ist über 126 Stufen zu erreichen und bietet eine der schönsten Fernsichten auf Berlin und Brandenburg. Wer nach dem Aufstieg eine Stärkung braucht, der kann sich über Restaurants und Gaststätten auf dem Berg freuen.
Verbinde deinen Ausflug doch mit einem Abstecher zum mystischen Teufelssee Köpenick und vergleiche deine Sprungkraft mit den tierischen Waldbewohnern.

Platz 10: Oderbruchkippe
91 Meter
Parks in Prenzlauer Berg? Ganz klar, der Mauerpark! Für die meisten Neu-Berliner und Touristen ist er DAS Ausflugsziel am Wochenende. Der Ur-Berliner geht stattdessen ans andere Ende des Bezirks: Zur Oderbruchkippe. In den späten 60er Jahren begann man mit der Begrünung des einstigen Trümmerbergs, den man vor dem Zweiten Weltkrieg als Müllhalde nutzte. Der erste Winter brachte große Mengen Schnee mit sich und schnell entdeckten Kinder aus der Nachbarschaft das Potenzial zum neuen Rodelberg. Heute ist die Oderbruchkippe ein Geheimtipp unter Ruhesuchenden und Familien, die hier in Ruhe Drachen steigen lassen und picknicken.

Platz 9: Stolper Berge
96,6 Meter
Wir wollen ehrlich sein – über die Stolper Berge gibt es kaum nennenswerte Informationen. Ebenso wie das angrenzende Örtchen Nikolskoe, fristen auch die bis zu 96 Meter hohen Berge ein unbekanntes Dasein am Rande der Hauptstadt. Es gibt hier weder einen spektakulären Ausblick, noch lässt sich ein echter Gipfel erkennen. Das Gebiet ist komplett bewaldet. Selbst an den Wochenenden ist es wahrscheinlicher, dass man auf Wildschweine und Rehe, als auf Menschen trifft. Hm. Klingt eigentlich ziemlich idyllisch, oder?

Platz 8: Havelberg
96,9 Meter
Genauso lang wie die Anreise, dauert auch auf der Aufstieg zum Havelberg. Weit draußen im Berliner Westen, genauer gesagt im Grunewald, befindet sich der Sportmuffel-Schreck. Seinen Spitznamen “Langer Jammer” verdankt er den steilen Anstiegen. Mountainbiker nennen ihn gerne “Panzerberg, denn je höher man es schafft, desto langsamer wird das Rad. Wer gerne wandert, findet hier vermutlich seinen neuen Lieblingsort.

Platz 7: Drachenberg
99 Meter
Trotz der 20 Meter Größenunterschied, muss sich der kleine Bruder des benachbarten Teufelsbergs absolut nicht verstecken! Vor allem: Im Gegensatz zum Teufelsberg kostet der Drachenberg keinen Eintritt und kann zu jeder Tageszeit bestiegen werden. Der Ausblick auf dem Gipfel ist ohne zu übertreiben, der schönste den man auf natürlichem Grund findet. Doch das Erklimmen der 280 Stufen lohnt sich nicht nur für die Aussicht. Der Drachenberg ist an seinem höchsten Punkt ein großes, flaches Plateau. Im Winter lässt man sich dort oben bei einem Spaziergang auf dem Rundweg kräftig durchpusten und im Sommer breitet man die Decke aus und picknickt zum Sonnenuntergang.

Platz 6: Kienberg
102,2 Meter
Kein anderer Berg in Berlin hat mehr zu bieten als er! Der Kienberg bildet das Zentrum des gleichnamigen Kienbergparks in Marzahn, der im Jahr 2017 als Austragungsort der IGA (Internationale Gartenausstellung) diente und dafür modernisiert wurde. Seitdem muss man nicht mehr den kilometerlangen Rundweg nehmen, um den Gipfel zu erreichen, sondern kann bequem mit der Seilbahn hinauffahren. Und auch der Abstieg ist nun ein kleines Abenteuer, denn dafür steht eine Natur-Bobbahn zur Verfügung. Auf der Spitze des Kienbergs bietet die Aussichtsplattform Wolkenhain außerdem eine weitreichende Aussicht auf den Berliner Osten und die Windräder Brandenburgs.

Platz 5: Schäferberg
103,2 Meter
Gesehen haben wir ihn alle schon mal, wer Er ist, weiß kaum jemand. Auf der Spitze des Schäferbergs, auch Kilometerberg genannt, hat der “Fernmeldeturm Berlin-Schäferberg” sein Zuhause. Der Turm dient der Region als Rundfunkversorgung für Radio und Fernsehen und soll bald der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der Schäferberg liegt mitten im Naturschutzgebiet Düppeler Forst und ist der perfekte Ort für viele einsame Spazierstunden.
Ein Boot auf der Havel

Platz 4: Ahrensfelder Berge
114,5 Meter
Die Ahrensfelder Berge sind die höchste Erhebung im Bezirk Marzahn-Hellersdorf und ein weiterer Beweis, dass der Bezirk einer der grünsten Berlins ist. Noch immer weitgehend unbekannt und nur spärlich besucht, bietet der Kleine und der Große Berg reichlich Platz für einen Spaziergang und sind ein tolles Ausflugsziel für die gesamte Familie. Sobald es dunkel wird und die angrenzenden Wohnungen beleuchtet sind, bietet das große Plateau am Gipfel wahre Plattenbau-Romantik, beim Blick auf das leuchtende Viertel.

Platz 3: Großer Müggelberg
114,8 Meter
Der unangefochtene Champion in der Kategorie “Natürliche Erhebungen”! Entstanden aus skandinavischen Gletschern während der Eiszeit und heute ein beliebter Ort für Wanderer. Auf dem Gipfel befindet sich der unvollendete Fernsehturm Müggelberge, der knapp 14 Jahre vor dem heutigen gebaut wurde. Aufgrund von Gefährdungen des angrenzenden Flugverkehrs vom Flughafen Schönefeld wurden die Bauarbeiten mittendrin gestoppt. Später nutzte ihn die Stasi als Abhöranlage. Die Müggelberge sind übrigens Berlins bekannteste Downhillstrecke für Mountainbiker, die mit ihrer Abfahrt für ordentlich Unterhaltung bei Spaziergängern sorgen.

Platz 2: Teufelsberg
120,1 Meter
Lost-Place, Sehenswürdigkeit, ein Stück Weltgeschichte. Der Teufelsberg im Grunewald ist alles, nur kein Geheimtipp. Er zieht Maßen an Besucher an, die auf den Spuren der bewegten Vergangenheit wandern. Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es hier nicht viel zu sehen. Die Nationalsozialisten nutzten das abgeschiedene Gebiet zum Bau einer Wehrtechnischen Fakultät. Nach der Sprengung nutzte man das Trümmergebiet zum Ablagern von Schutt. Erst dadurch erreichte er seine Höhe. Während des Kalten Kriegs nutzten die Amerikaner den Berg als Abhörstation gegen den Ostblock. Die auffälligen Radarkuppeln gelten mittlerweile als Lost-Place und werden von Menschen aus der ganzen Welt besucht.

Platz 1: Arkenberge
120,7 Meter

Böse Stimmen behaupten: Hier wurde gemogelt! Lange Zeit galt der Teufelsberg als unangefochtene Nummer 1. Es folgten erneute Aufschüttungen und ein großer Findling auf der Spitze der Arkenberge und plötzlich gab es einen neuen Tabellenführer. Um die Arkenberge zu sehen geht es hoch in den Pankower Norden, irgendwo zwischen Kleingartenanlagen und Moorwiesen. Bekannter als der Berg selbst, ist der große Baggersee, der sich direkt am Fuße befindet. Rund um das 6 Meter tiefe Gewässer gibt es Sandstrände, ruhige Buchten und versteckte Plätze zwischen hohem Schilf. Meterhohe Sanddünen umgeben den Kiessee auf der Ostseite und dienen als Windschutz. Der ständige Blick auf die gewaltigen Arkenberge sind dabei das Highlight und verpassen unserer Stadt einen klitzekleinen Hauch von Alpen-Atmosphäre.

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