ALTSTADT-KÖPENICK
Wer hat an der Uhr gedreht?

Die historische Altstadt in Köpenick

Sobald wir die Lange Brücke in Fahrtrichtung Osten überqueren, fühlt es sich immer an, wie eine Reise in die Vergangenheit. Bereits auf der Brücke werden wir mit einem schönen Blick auf das Schloss Köpenick begrüßt, das von außen wie innen eine echte Augenweide ist. Das imposante Bauwerk aus dem 17. Jahrhundert ist das letzte Barockschloss Berlins, welches sich noch in seinem originalen Zustand befindet. Auch die Lage könnte schöner nicht sein: Es befindet sich auf einer kleinen Insel in der Dahme und ist nur über einen Holzsteg samt Schlossgraben mit dem Festland verbunden. Auch wenn die große Wiese der beschaulichen Insel äußerst verlockend ist und uns zum Nichtstun auffordert, gibt es hier noch zuviel zu sehen, um jetzt faul zu sein. Aber, wir kommen wieder – ganz bestimmt!

Mit einer gefüllten Waffel aus einem angrenzenden Eiscafé ausgestattet, ziehen wir über die Uferpromenade am Luisenhain und entdecken eine echte Berliner Legende! Der Hauptmann von Köpenick höchstpersönlich – in Bronze gegossen – steht in seiner Uniform als angeblicher Hauptmann verkleidet, vor dem Rathaus Köpenick. Die Geschichte des Hochstaplers gehört zur Pflichtlektüre an Berliner Schulen und zahlreiche Verfilmungen sorgten für die landesweite Bekanntheit Köpenicks. Im Laufe des Tages begegnen wir dem Hauptmann noch häufiger, diesmal ist er echt, beziehungsweise ein verkleideter Herr, der Führungen inklusive lustiger Anekdoten anbietet.

Die kleinste Brauerei Deutschlands und König Hammurapi

Die Architektur in den schmalen Gassen der Altstadt erinnert an weit entfernte Kleinstädte, aber ganz sicher nicht an die Weltmetropole Berlin. Grobes Kopftsteinpflaster und rote Backsteingebäude prägen das Bild des Viertels und antike Straßenschilder ergänzen den mittelalterlichen Charme, der hier in der Luft liegt. Am Ende der Straße ‚Alt-Köpenick‘ – die übrigens schon im 12. Jahrhundert angelegt wurde – versorgen sich Anwohner mit frischen Lebensmitteln auf dem Wochenmarkt. Ein kleines unscheinbares Häuschen mit Glasfassade mitten auf dem Schlossplatz entpuppt sich als kleinste Brauerei Deutschlands. Die Brauerei auf 2 Quadratmeter serviert seinen Gästen hausgemachte Klassiker, trendige Sorten wie Kirsch/Chili und die Spezialität des Hauses: das Babylonische Bier, gebraut nach den Geboten des Königs Hammurapi, anno 2000 Jahre vor Christi.

Wir schlendern leicht verträumt durch die ruhigen Straßen dieses außergewöhnlichen Viertels, in dem alles etwas langsamer zugeht als gewohnt. Auf dem Wasser der Dahme schippern Kanus und eine Gruppe Stand-Up-Paddler zieht seine Bahnen auf dem spiegelglatten Wasser. Die Abendsonne verwandelt das kleine Idyll in ein zauberhaftes Küstenstädtchen und gibt uns das Gefühl von Urlaub.

Vom Ufer der Köpenicker Seeterrassen können wir schon unser nächstes Ziel sehen. Es soll hier nämlich eine slawische Fischersiedlung geben, in der sich die ältesten Häuser Köpenicks befinden. Die flachen Fischerhäuser aus dem 18. Jahrhundert sind weitestgehend noch im Originalzustand und werden liebevoll gepflegt. Doch dazu mehr, an einem anderen Tag.

Wie komme ich zur Altstadt-Köpenick?


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